Da ist sie!

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Irgendwo in Kirgisistan. Ich lasse die grauen Plattenbauten von Bischkek schnell hinter mir. Zu oft habe ich die Bilder aus Dokumentationen von schneebedeckten Bergen, Jurtenzelten und einer Herde galoppierender Wildpferde in meinem Kopf abspielen lassen. Zu groß ist die Sehnsucht nach  klarer, frischer Bergluft. Mit dem Bus fahre ich für sechs Stunden zuerst nach Osten und dann weiter nach Süden Richtung China. Bevor sich die Straße über erste Gebirgszüge schlängelt, rauschen sattgrüne Maisfelder vor meinem Fenster vorbei. Schon schnell wird jedoch aus sattgrün eine karge Berglandschaft bis ich sie endlich sehe.

Nicht nur ich bin Fan von “ihr”

Auf den ersten Blick erscheint sie mir so unwirklich. Das kann doch nicht sein, habe ich mir gedacht. Finde ich sie hier so schnell? Aber sie ist es. Zumindest eine Form von ihr habe ich gleich in meiner ersten Woche hier in Kirgisistan getroffen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, was auf mich zukommt – und wie viele von ihr ich noch auf dieser Reise treffen werde. Sie, die mir immer wieder diese Endorphine durch den Körper pumpt und mich zum Reise-Junkie werden lässt. Sie, die mich unterwegs vollkommen bei mir sein lässt und sie, die mich dazu zwingt, auch mal meinem Atem auf dem Weg nach innen zuzuhören statt nur nach außen, wenn ich vor Erschöpfung keuche. Sie, die oft verkannt oder übersehen wird und in meinem Kindsbewusstsein stets als nervig galt. Was soll man auch schließlich mit ihr anfangen? Ist ja nichts los. Aber wenn etwas leer erscheint, kann es trotzdem voller Leben stecken. Wenn ich sie, die Weite, also zur gleichen Zeit wie die Leere treffe, dann sage ich mir: “atme tief und ruhe”.

Travel with me - Katie Gallus

Mein Handy liegt ausgeschaltet irgendwo im Rucksack. Der Büroalltag versteckt sich gefühlt hinterm Mond. Meine Nase klebt an der Busscheibe und gedanklich folge ich meinem starren Blick nach draußen. Schon wieder schnürt sie mir ein wenig die Luft ab – so schön ist sie. Diese Weite. Aber sie zeigt mir immer wieder, wie groß unsere Welt ist. Sie tut gut. Oft reise ich ohne Plan nach dem Kompass  “Bauchgefühl”.

Doch wenn ich sie fühle, weiß ich, dass ich genau richtig bin.

Ich bin bereit sie zu umarmen.

Ich bin bereit für’s Abenteuer.

Kommst du mit?

Yoga in der Wildnis

 

Das ist der erste Eintrag aus meinem Reisetagebuch durch Kirgisistan. In den kommenden Wochen gibt’s mehr!