HAWAR Menschenrechtspreis – Gegen die Angst

 

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Der erste Hawar.help Human Rights Award 2017 ging an zwei herausragende Frauen, die stellvertretend für Opfer sexueller Gewalt stehen und das Schweigen darüber öffentlich brechen. Ich bin unglaublich dankbar, als Moderatorin etwas beitragen zu können, damit das Thema um “sexuelle Gewalt als Kriegswaffe” diskutiert, kommuniziert und angesprochen wird. Hier die Eindrücke zur festlichen Preisverleihung in Berlin.

 

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Im Anschluss an die 1. Internationale HAWAR.help Frauenkonferenz im Deutscher Bundestag wurde zum ersten Mal der HAWAR.help-#HumanRightsAward2017 an zwei herausragende Frauen vergeben, die stellvertretend für alle Opfer sexueller Gewalt stehen und das Schweigen darüber öffentlich brechen.

 

Pramila Patten, United Nations Human Rights

Ms. Pramila Patten, von den United Nations, und Bianca Jagger, Bianca Jagger Human Rights Foundation überreichten den Menschenrechtspreis, mit dem das HAWAR.help-Komittee diese Frauen würdigte.

Bianca Jagger

 

Gewinner Menschenrechtspreis
Nejlaa Mato und Nusreta Sivac, Gewinner des Menschenrechtspreis

Nejlaa Mato gibt mit ihrer Geschichte den Opfern des Terrors ein Gesicht. Ihr Mut kann dabei helfen, die Täter vor den Internationalen Strafgerichtshof zu bringen. Und sie macht damit anderen Frauen Mut, ebenfalls das Schweigen zu brechen.“, so Düzen Tekkal, Gründerin von HAWAR.help, über die jesidische Preisträgerin des Abends, die die IS-Gefangenschaft überlebte. Nusreta Sivac, muslimische Richterin aus Bosnien, war in einem Camp gefangen und wurde mit anderen Frauen vergewaltigt, geschlagen und gefoltert. Später ist es ihr gelungen, ihre eigenen Peiniger vor den Internationalen Strafgerichtshof zu bringen. Auch sie hat sich den 1. HAWAR.help Menschenrechtspreis mehr als nur verdient. Diese Frauen brauchen Respekt und kein Mitleid. Deswegen muss auch in Zukunft dafür gesorgt werden, dass diese Stimmen gehört werden.

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Michael Brand MdB, Vorsitzender des Menschrentsauscchuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe
Abschlussfoto HAwar
Abschlussfoto mit allen Preisträgern, dem HAWAR-Komittee und Renate und Robert Schmucker, die eine großzügige Spende an diesem Abend mitbrachten

 

Die Powerfrau hinter HAWAR.help ist Düzen Tekkal. Sie arbeitet als Filmemacherin, Kriegsreporterin, Journalistin und Autorin. HAWAR ist ihr Herzensprojekt – und ich bin großer Fan ihrer Leidenschaft und ihrem Engagement. Sie selbst reiste 2014 auf den Spuren ihrer Vorfahren in den Nordirak – und das in einer Zeit, als der “Islamische Staat” die Jesiden im Irak auszulöschen versuchte. In einem Interview mit EF sagte Düzen dazu: “Ich bin am ersten Tag von der Journalistin zur Menschenrechtsaktivistin geworden”. Ihr Film “Hawar – Meine Reise in den Genozid” zeigt ihre Reise, die sie übrigens mit ihrem Vater gemeinsam unternommen hat. Einblicke gibt es hier.

 

Katie und Düzen
Katie Gallus und Düzen Tekkal

Ich habe an diesem Abend eine starke Familie Tekkal kennengelernt. Mama und Papa Tekkal mit ihren 11 Kindern setzen sich pausenlos dafür ein, dass über das Schicksal der Menschen aus dem Nordirak endlich gesprochen wird – und die Situation nicht totgeschwiegen wird. Wie ich an diesem Abend erfahren habe, war es für den Film im Irak alles andere als einfach, einen Kameramann zu finden. Die Drehsituation war gefährlich, keine Versicherung unterstützte die Dreharbeiten. Somit gab es keine Absicherung bei eventuellen Schwierigkeiten. Dennoch hat die Angst nicht für Schweigen gesorgt. Im Gegenteil. Der Horror bekam mit dem Film ein Gesicht. Und er bekommt es bis heute. Dafür sorgt Düzen Tekkal, ihre NGO HAWAR.help und der HAWAR Menschenrechtspreis.

P.S.: Wer sich fragt, was HAWAR bedeutet – HAWAR ist kurdisch und bedeutet “Hilfe”.

 

Mehr Fotos und Einblicke gibt es auf der Facebookseite von HAWAR. Die Copyrights der Fotos liegen bei Erik Eisenfeldt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Copyright: Erik Eisenfeldt