Tag der offenen Tür im Ministerium

Moussa vom Kindergipfel / Moderatorin Katie Gallus // Copyright_: Michael Gottschalk, BMZ

Im Entwicklungsministerium moderierte ich das Hauptprogramm am diesjährigen Tag der offenen Tür. Bei strahlender Sonne, Musik und Tanz sprach ich mit meinen Gesprächspartnern über deutsche Entwicklungspolitik. Wir diskutierten, wie Lebensmittelverschwendung vermieden werden kann, warum 1000 Milliarden Bäume für unsere Zukunft wichtig sind und wie man Kinder und Jugendliche erfolgreich in die Politik einbindet.

Katie Gallus im Gespräch mit CBM
Katie Gallus im Gespräch mit der Christoffel-Blindenmission und Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel

Inklusion in der Entwicklungspolitik, aber wie?

Mit dem Parlamentarischen Staatssekretär aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Hans-Joachim Fuchtel, mit Michael Herbst und Jan-Thilo Klimisch von der Christoffel Blindenmission (CBM) sprach ich über Inklusion als Leitmotiv in der Entwicklungszusammenarbeit. Letztes Jahr war das BMZ mit der CBM  für die Werbung einer inklusiven Entwicklungsagenda in Asien unterwegs (Bericht hier). “Niemanden zurücklassen!” – dieser Imperativ zieht sich als roter Faden durch die Nachhaltigen Entwicklungsziele. Herbst machte aber deutlich, dass für eine erfolgreiche Inklusion noch viel Arbeit auf dem politischen Schreibtisch bleibt. Das zehnjährige Jubiläum der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen in diesem Jahr verstärkt diese Aufgabe. Der CBM-Schulfilm mit Raúl Krauthausen zeigte schön, wie es mit Inklusion im Alltag aussieht.

Katie Gallus spricht mit Felix Finkbeiner
Mit Felix von Plant for the Planet spreche ich darüber, wie wir mit Baum-Pflanzaktionen etwas Gutes für die Zukunft tun

Wenn jeder von uns 150 Bäume pflanzt…

… dann hätten wir das Ziel von Felix Finkbeiner erreicht. Nach einem Schulreferat vor neun Jahren wusste er: die Welt braucht mehr Bäume. Bis 2020 möchte er mit seiner Organisation Plant for the Planet 1000 Milliarden (1.000.000.000.000!) Bäume pflanzen. Wie wichtig Bäume für unsere Zukunft sind, aber auch wie wichtig Engagement von Jugendlichen in der Entwicklungspolitik ist – darüber sprach ich mit Felix und dem Parlamentarischen Staatssekretär Thomas Silberhorn. Damit wir noch schneller ans Ziel kommen, einfach noch mehr Bäume im Garten pflanzen und bei Plant for the Planet registrieren!

Der Kinderrat war bei mir auf der Bühne zu Gast und berichtete vom Kindergipfel

Wenn plötzlich Kinder das Sagen haben

Auf dem Kindergipfel lernten kids zu diskutieren und Ideen vor Politikern zu präsentieren. Dieses Jahr drehte sich thematisch alles um den Kontinent Afrika.  Auf dem Tag der offenen Tür waren Vertreter des Kinderrats zu Gast und überreichten Staatssekretär Silberhorn den ausgearbeiteten Zukunftsvertrag – einen Vertrag mit erarbeiteten Forderungen und Selbstverpflichtungen vom Kindergipfel. Ich finde es toll, wenn sich Kinder für unsere Welt interessieren, sich informieren und sich Gedanken machen. Auf der Kindergipfel-Homepage sieht man, wie engagiert in den workshops zu “Flucht” oder “Leben in Afrika” gearbeitet wurde. Frida, Moussa und Abdullah erzählten mir auf der Bühne von ihren Erlebnissen beim Kindergipfel und bei Naturfreundejugend Deutschland.

Abdullah erzählte mir vom Kindergipfel

 

Mit dem Botschafter von Tanzania, H.E. Mr. Philip S. Marmo (2.v.r.), Rupert Ebner (r.) und Alice von Slow Food Deutschland (l.) sprach ich über nachhaltige Nahrungsmittelsysteme (Foto Copyright: Slow Food Youth Deutschland)

Slow Food Deutschland – langsames Essen?

Jede zweite Kartoffel, jeder zweite Apfel – mehr als die Hälfte unser Lebensmittel landen in der Tonne. “Slow Food” ist kein “langsames Essen”, sondern eine Nichtregierungsorganisation, die sich für bewusstes Genießen einsetzt und Produzenten mit Konsumenten miteinander in Kontakt bringt. Rupert Ebner vom Slow Food Bundesvorstand erzählte mir auf der Bühne, wie dieser Ansatz auch weltweit gelebt werden kann.

Rupert Ebner erzählt von Slow Food Deutschland und warum wir mehr auf unsere Lebensmittel achten müssen
Rupert Ebner erzählt von Slow Food Deutschland und warum wir mehr auf unsere Lebensmittel achten müssen

Denn die “Slow-Food-Bewegung” setzt sich international für ein transparentes und nachhaltiges Lebensmittelsystem ein. Passend hatten wir auch auf der Bühne internationales Flair. Parallel zu unserer Küche auf der Bühne im BMZ in Berlin waren per Skype Kochgruppen aus Tanzania und Kenia zur Schnippeldisko zugeschaltet. So kochten wir interkontinental und schnippelten für die Suppe zahlreiches Gemüse, das auf Grund von Übergröße (45 cm lange Zucchini) oder Form (zweibeinige Möhre) niemals in den Supermarkt, dafür in die Tonne, gekommen wäre.

Tolle Musik gab es von der Band Raoky, dem syrischen Friendenschor aus München,  Yusuf Sahilli und vielen mehr!

Hier ist der große  BMZ- Rückblick mit Fotogallerie.

Und am Ende gab es nocht genug Zeit für einen Tanz mit den kleinsten Besuchern.
Und am Ende gab es nocht genug Zeit für einen Tanz mit den kleinsten Besuchern