Über das Reisen … abreisen

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Und die Reise funkelt, wenn sie vorbei ist, weil ich dann zur Ruhe komme. Man lebt sehr im Jetzt. Das Abreisen kann planlos sein. Dennoch hat man sie, die Ruhe. Vor allem aber Leere. Und darin hat man so viel Platz. Gedanken über das Reisen… und das abreisen.

 

Über das Reisen … Abreisen

ABREISEN

Ich bin schlecht im Abschied nehmen. Ich sage nicht gerne Tschüss. Ich hoffe sehr auf ein Wiedersehen, wenn ich „Auf Wiedersehen“ sage. Schöne Momente würde ich am liebsten festhalten und nie wieder loslassen. Wer will das nicht. Aber es geht schließlich immer weiter. Weiter –weiter-weiter. Andere Momente, mal nicht so schöne, dann aber wieder schöne. Gehört zusammen wie Ying und Yang, GZSZ und RTL. Als Mantra singe ich dann immer: Habe keine Angst vor Veränderung, wohl aber vor dem Stillstand. Let’s go!

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Erinnerungen

Bei der Rückfahrt können viele zum ersten Mal im Urlaub entspannen. Bei der Vorbereitung wird ausgesucht, geplant, organisiert, gebucht, gepackt. Bei der Hinreise plagen einen Fragen à la „Alles richtig ausgesucht? Wie komme ich vom Flughafen weiter? Wirklich für das heutige Datum gebucht?“ . Irgendwie das Gegenteil von Loslassen und Entspannen. Eher ein Festhalten an der Kontrolle über die Reise, die einem bevorsteht.

Und auf der Reise selbst? Tja, da können dann Fragen kommen à la „Erlebe ich wirklich das, was ich erleben möchte? Sehe ich das, was ich gelesen habe? Was mache ich morgen? Und wie komme ich von A nach B?“. Auch derjenige, der locker flockig eine Woche täglich am Strand in der Sonne brutzelt, rattert vielleicht unbewusst weiter. Sortiert – bilanziert- résumiert und denkt voraus. Für sich. Im Kopf. Erst kürzlich habe ich gelesen, dass es vielleicht wie bei einem Konzert ist: Ich bin dort und freue mich. Ist es zu Ende, freue ich mich noch mehr. War ja schließlich richtig knorcke. Das Erlebnis wird zur Erinnerung. Es ist erledigt und kann (vielleicht auch muss) nicht mehr bearbeitet werden. Endlich Feierabend.

Rückfahrt ist dann ja eigentlich so etwas wie Feierabend von der Reise. Jetzt findet alles etwas planlos statt. Ich schwelge in Erinnerungen. Und die Reise funkelt, wenn sie vorbei ist, weil ich dann zur Ruhe komme. Man lebt sehr im Jetzt.

Ruhe. Vor allem aber Leere. Und darin hat man so viel Platz.

Die Rückfahrt ist für mich jedes Mal etwas Besonderes – ich fühle mich wie in Trance zwischen den Welten. Der alten Welt, die mein Alltag ist und der neuen Welt, in die ich für eine kurze Zeit abgetaucht bin. Man sieht die Magie dieses Seins vor allem in Bahnhöfen, Flughäfen, Taxiständen – in den Augen der Reisenden.